Grünland Ticker - Aufwuchsmonitoring vom 22.04.2024

In Bezug auf die Wetterlage hätte die letzten beiden Wochen nicht unterschiedlicher sein können. Während vor 14 Tagen noch frühlingshafte Temperaturen herrschten, kam es letzte Woche zu einem deutlichen Temperaturabfall. Das zeigt sich auch in der Entwicklung der Zuwächse auf den Standorten des Grünlandmonitorings. Die Bestandeszunahmen wurden von über 4cm auf knapp 2,5 cm fast halbiert. Dieser Effekt wurde durch den enormen Zuwachs am Standort Salmtal und Wolsfeld noch abgeschwächt, ansonsten wäre die Zuwachsrate in der vergangenen Woche noch weitaus niedriger ausgefallen. Allerdings beginnen vor allem die hohen Bestände bereits mit leichter Lagerbildung (bspw. Olk), sodass die Bestandeshöhe nicht mehr repräsentativ erfasst werden konnte. Bei der Messung am Montag wurden außerdem Frischgrasproben auf allen Standorten gezogen und zur Untersuchung ins Labor geschickt. Die Ergebnisse waren bei Redaktionsschluss noch nicht verfügbar und werden nach Eintreffen umgehend auf der ISIP-Plattform und dem Grünland-Portal des Dienstleistungszentrums ländlicher Raum veröffentlicht.



Sortenwahl bei Nachsaat und Neuanlage von Grünlandbeständen

Auch wenn in diesem Frühjahr auf vielen Betrieben keine Nachsaat durchgeführt werden konnte, sollte die Thematik dennoch nicht aus den Augen verloren werden. Denn durch eine regelmäßige Narbenpflege und der Einsatz angepasster Sorten kann die Ertrags- und Qualitätssicherheit der Grünlandbestände sichergestellt werden. Dabei rückt vor dem Hintergrund der vergangenen Extremjahre vermehrt wieder die Sortenwahl in den Fokus. Dazu müssen die Gräserarten neben der für Mittelgebirgslagen traditionellen geforderten Winterhärte mittlerweile auch eine gewisse Trockenheitstoleranz gewährleisten, um auch extreme Dürren wie die im vergangenen Jahr weitestgehend unbeschadet zu überstehen. Allerdings ist die Auswahl bei Landhändler teilweise so groß, dass man bei dem Angebot der richtigen Ansaat- oder Nachsaatmischung schnell den Überblick verlieren kann. Hilfe dabei bietet das Rote Etikett, das anhand des roten Saatgutanhängers auf der Mischungstüte zu erkennen ist. Hierbei handelt es sich um ein länderübergreifendes Projekt der AG Mittelgebirge, in dem die verschiedenen Gräserarten auf Praxisschlägen in sogenannten Ausdauerprüfungen ausgesät werden, um die Konkurrenzkraft der Sorten unter Einfluss des Mittelgebirgsklimas zu untersuchen. Mittlerweile erstrecken sich diese 86 Prüfungsstandorte über den gesamten Mittelgebirgsraum der Bundesländer Sachsen, Thüringen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Rheinland-Pfalz. Zusätzlich dazu ist die AG Mittelgebirge durch Standorte in Ostbelgien und Luxemburg auch über die deutschen Landesgrenzen hinaus international aktiv.


Abb. 2: Ausdauerprüfungsstandorte Im Beratungsbezirk des DLR Eifel (Quelle: Google Maps)

Bei der Anlage der Ausdauerprüfungen werden die verschiedenen Sorten zum einen mit zwei Wiederholungen in Reinsaat ausgesät. So kann bei den durchgeführten Bonituren durch die Versuchstechniker die Ausdauer der Sorte bestimmt werden. Parallel dazu erfolgt noch eine Aussaat der Sorte in einer zuvor abgestimmten Mischung, in der der prozentuale Anteil der Sorte im Bestand bonitiert werden kann. Um die Ausdauer der Gräser ausreichend beurteilen zu können, wird erstmalig im vierten Jahr nach Anlage der Prüfung bonitiert und von diesem Zeitpunkt an die nächsten zehn Jahre. Somit vergehen von der Anlage bis zum Ende der Prüfung 14 Jahre, in denen die Bestandsentwicklung sehr unterschiedlich ablaufen kann.

Abb. 3: Die Winterhärte variiert selbst innerhalb der Pflanzenarten extrem, auswinterunsgefährdete Sorten (links) können durch die Ausdauerprüfungen ausselektiert werden.

Dabei wird deutlich, wie groß die Unterschiede innerhalb der verschiedenen Sorten sein können. Vor allem wird dadurch ersichtlich, dass gewisse Sorten, die in Niederungslagen zwar hohe Erträge erzielen können, in Mittelgebirgsregionen durch fehlende Winterhärte keine nachhaltigen Mischungspartner darstellen. Wie hart die Kriterien für eine Empfehlung einer Sorte sind, ist am Deutschen Weidelgras gut erkennbar: von 148 in der beschreibenden Sortenliste 2020 zugelassenen Sorten verfügen nur 35 über eine ausreichende Winterhärte und Ausdauer und der damit verbundenen Eignung für Mittelgebirgslagen. Diese Sorten werden in die zweijährlich aktualisierte Mischungs- und Sortenempfehlung der AG Mittelgebirge aufgenommen und können dort eingesehen werden. Die Broschüre ist im Fachportal Grünland-Futterbau des DLR oder unter folgendem Link zu finden: https://www.gruenland.rlp.de/Internet/global/Themen.nsf/5f0c6f7ca911208cc12584d400435228/fcb242863f986c35c125885d0036ba77?OpenDocument

In Bezug auf die Wetterlage hätte die letzten beiden Wochen nicht unterschiedlicher sein können. Während vor 14 Tagen noch frühlingshafte Temperaturen herrschten, kam es letzte Woche zu einem deutlichen Temperaturabfall. Das zeigt sich auch in der Entwicklung der Zuwächse auf den Standorten des Grünlandmonitorings. Die Bestandeszunahmen wurden von über 4cm auf knapp 2,5 cm fast halbiert. Dieser Effekt wurde durch den enormen Zuwachs am Standort Salmtal und Wolsfeld noch abgeschwächt, ansonsten wäre die Zuwachsrate in der vergangenen Woche noch weitaus niedriger ausgefallen. Allerdings beginnen vor allem die hohen Bestände bereits mit leichter Lagerbildung (bspw. Olk), sodass die Bestandeshöhe nicht mehr repräsentativ erfasst werden konnte. Bei der Messung am Montag wurden außerdem Frischgrasproben auf allen Standorten gezogen und zur Untersuchung ins Labor geschickt. Die Ergebnisse waren bei Redaktionsschluss noch nicht verfügbar und werden nach Eintreffen umgehend auf der ISIP-Plattform und dem Grünland-Portal des Dienstleistungszentrums ländlicher Raum veröffentlicht.


Sortenwahl bei Nachsaat und Neuanlage von Grünlandbeständen

Auch wenn in diesem Frühjahr auf vielen Betrieben keine Nachsaat durchgeführt werden konnte, sollte die Thematik dennoch nicht aus den Augen verloren werden. Denn durch eine regelmäßige Narbenpflege und der Einsatz angepasster Sorten kann die Ertrags- und Qualitätssicherheit der Grünlandbestände sichergestellt werden. Dabei rückt vor dem Hintergrund der vergangenen Extremjahre vermehrt wieder die Sortenwahl in den Fokus. Dazu müssen die Gräserarten neben der für Mittelgebirgslagen traditionellen geforderten Winterhärte mittlerweile auch eine gewisse Trockenheitstoleranz gewährleisten, um auch extreme Dürren wie die im vergangenen Jahr weitestgehend unbeschadet zu überstehen. Allerdings ist die Auswahl bei Landhändler teilweise so groß, dass man bei dem Angebot der richtigen Ansaat- oder Nachsaatmischung schnell den Überblick verlieren kann. Hilfe dabei bietet das Rote Etikett, das anhand des roten Saatgutanhängers auf der Mischungstüte zu erkennen ist. Hierbei handelt es sich um ein länderübergreifendes Projekt der AG Mittelgebirge, in dem die verschiedenen Gräserarten auf Praxisschlägen in sogenannten Ausdauerprüfungen ausgesät werden, um die Konkurrenzkraft der Sorten unter Einfluss des Mittelgebirgsklimas zu untersuchen. Mittlerweile erstrecken sich diese 86 Prüfungsstandorte über den gesamten Mittelgebirgsraum der Bundesländer Sachsen, Thüringen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Rheinland-Pfalz. Zusätzlich dazu ist die AG Mittelgebirge durch Standorte in Ostbelgien und Luxemburg auch über die deutschen Landesgrenzen hinaus international aktiv.


Abb. 2: Ausdauerprüfungsstandorte Im Beratungsbezirk des DLR Eifel (Quelle: Google Maps)

Bei der Anlage der Ausdauerprüfungen werden die verschiedenen Sorten zum einen mit zwei Wiederholungen in Reinsaat ausgesät. So kann bei den durchgeführten Bonituren durch die Versuchstechniker die Ausdauer der Sorte bestimmt werden. Parallel dazu erfolgt noch eine Aussaat der Sorte in einer zuvor abgestimmten Mischung, in der der prozentuale Anteil der Sorte im Bestand bonitiert werden kann. Um die Ausdauer der Gräser ausreichend beurteilen zu können, wird erstmalig im vierten Jahr nach Anlage der Prüfung bonitiert und von diesem Zeitpunkt an die nächsten zehn Jahre. Somit vergehen von der Anlage bis zum Ende der Prüfung 14 Jahre, in denen die Bestandsentwicklung sehr unterschiedlich ablaufen kann.

Abb. 3: Die Winterhärte variiert selbst innerhalb der Pflanzenarten extrem, auswinterunsgefährdete Sorten (links) können durch die Ausdauerprüfungen ausselektiert werden.

Dabei wird deutlich, wie groß die Unterschiede innerhalb der verschiedenen Sorten sein können. Vor allem wird dadurch ersichtlich, dass gewisse Sorten, die in Niederungslagen zwar hohe Erträge erzielen können, in Mittelgebirgsregionen durch fehlende Winterhärte keine nachhaltigen Mischungspartner darstellen. Wie hart die Kriterien für eine Empfehlung einer Sorte sind, ist am Deutschen Weidelgras gut erkennbar: von 148 in der beschreibenden Sortenliste 2020 zugelassenen Sorten verfügen nur 35 über eine ausreichende Winterhärte und Ausdauer und der damit verbundenen Eignung für Mittelgebirgslagen. Diese Sorten werden in die zweijährlich aktualisierte Mischungs- und Sortenempfehlung der AG Mittelgebirge aufgenommen und können dort eingesehen werden. Die Broschüre ist im Fachportal Grünland-Futterbau des DLR oder unter folgendem Link zu finden: https://www.gruenland.rlp.de/Internet/global/Themen.nsf/5f0c6f7ca911208cc12584d400435228/fcb242863f986c35c125885d0036ba77?OpenDocument


Abb. 4: Das Rote Etikett – Qualitätsparameter für die Grünland- und Feldfuttermischungen in Mittelgebirgslagen
Die beim Landhändler erhältlichen Grünland- und Ackerfuttermischungen mit dem roten Etikett als Qualitätssiegel enthalten somit ausschließlich Sorten, die ihre Eignung durch die Ausdauerprüfungen bewiesen haben und bedenkenlos in Mittelgebirgslagen angebaut werden können.

Tobias Fries, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Eifel


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Tobias.Fries@dlr.rlp.de